Warum tue ich mir das an?
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Diese Frage musste ich mir ernsthaft heute Morgen stellen, als ich bemerkte, dass heute der Tag ist, an dem ich mein erstes Tourenski-Rennen (Aufi-Owi) bestreiten werde.
Vor nicht einmal drei Wochen saß ich mit meinen Kollegen beisammen und durch eine dumme Blödelei sind wir da hineingerasselt. So schnell konnten wir nicht schauen, schon waren wir angemeldet.
Nun hatten wir nur das Problem, dass manche beim Bundesheer zum letzten Mal Tourenski verwendet haben und einige (zu denen ich zähle) noch nie auf so etwas gestanden sind. Da mussten wir dringend wenigstens einmal üben und so machten wir uns nach der Arbeit auf zum Maiskogel. Nun ja erst mal zum Schiverleih und dann zum Maiskogel. Die erste Herausforderung bestand jetzt darin, die Ski anzuschnallen und nicht zu schnell loszuspurten (für topmotivierte Anfänger gar nicht so leicht). Ein paar von uns hatten es schnell heraus wie das Ganze funktioniert (eigentlich alle bis auf mich). Ich hatte da so meine Konflikte mit dem Material und meinen Beinen – ich würde schlicht weg sagen, ich habe mich angestellt wie der erste Mensch auf Skiern. So ehrlich muss ich jetzt mal sein.
Eine halbe Ewigkeit später habe ich es dann geschafft und mich bis zum Eisbär (6 km und 500 Höhenmeter) hinauf geschleppt (das ist auch die Distanz für das heutige Rennen). Ich dachte mir schon ‘Fein – endlich was zu trinken! Ende und aus! Ich gehe keinen Meter mehr weiter’, als meine lieben Kollegen schon die nächste Hütte anvisierten und losspurteten, ohne mir Zeit für Einspruch zu gewähren.
Bei diesem Stück Aufstieg beschloss ich innerlich: ‘Dieser Berg sieht mich nie wieder!’ Endlich oben! Und nach einer kurzen Pause freuten sich alle auf die Abfahrt. Ausgerüstet mit den Stirnlampen schien es doch für keinen ein größeres Problem zu sein. Bis mir beim ersten Schwung wieder einfiel, dass ich gut 16 Jahre nicht mehr auf Skiern gestanden bin. Als die beiden Bretter unter mir zu schlenkern anfingen, wünschte ich mir nur noch mein Snowboard zurück. Aber gut – ich hab es angefangen und werde es auch zu Ende bringen. Obwohl ich sturzfrei unten angekommen bin, beschloss ich eigentlich, das Rennen zu streichen.
Interessanterweise packte mich der Ehrgeiz vom einem zum anderen Tag mehr und ich wollte das Ganze einfach nochmal ausprobieren. Dann setzte ich mir zum Ziel (und verkündete dies auch noch bei meinen Kollegen): ‘Wenn ich es unter 35 Minuten schaffe gehe ich mit.’
Also am Mittwoch also nochmal die gleiche Prozedur – Ski ausleihen, Schuhe und Stöcke und des Nächtens rauf auf den Maiskogel. Zu meinem Erstaunen fing das jetzt auch noch an Spaß zu machen: Ich konnte es fast selbst nicht glauben, als ich beim Eisbär angekommen war – mit einer Zeit von genau 35 Minuten.
So, ich weiß nicht, ob das jetzt dumm oder gut gelaufen ist, aber was ich sage, das mache ich auch. Also stehe ich heute das dritte Mal auf Tourenski und darf gleich mein erstes Rennen bestreiten. Seelisch bereite ich mich schon mal auf den Trostpreis (eine Riesenbrezel) vor und hoffe, dass ich noch genug Weißwürste zu Hause habe. Ich bin mal gespannt und zugegebenermaßen schön langsam etwas nervös. Noch vier Stunden bis zum Start!

Admin
Du schaffst es!
Werde dir von daheim aus gute Gedanken schicken
Ben
Jetzt bleibt natürlich die große Frage im Raum stehen: Wie war es denn?